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Vertiefung

Barolo vs. Brunello: die echten Unterschiede zwischen den zwei großen Rotweinen

von Luca De Matteis7 Min. Lesezeit

Barolo und Brunello di Montalcino sind die zwei international bekanntesten italienischen Rotweine. Häufig gemeinsam erwähnt, aber grundverschieden. Wer sie unterscheiden lernt, macht einen großen Sprung als Verkoster.

Rebsorte: Nebbiolo vs. Sangiovese Grosso

Barolo: ausschließlich Nebbiolo — blasse Farbe, kreidiges Tannin, Rose, Teer, Trüffel. Brunello: Sangiovese Grosso (Toskana-Klon) — kräftigere Farbe, trockeneres Tannin, reife Kirsche, Veilchen, mediterrane Kräuter.

Terroir

Barolo entsteht in den piemontesischen Langhe (11 Gemeinden: La Morra, Barolo, Serralunga, Monforte…) auf mergelig-kalkigen Böden aus dem Miozän. Kontinentales Klima mit den Nebeln, die der Rebsorte den Namen gaben. Brunello wächst rund um Montalcino auf sehr vielfältigen Böden (Galestro, Alberese, auch Sand). Mediterran-hügeliges Klima, wärmer und windiger.

Erzeugerbedingungen

Barolo DOCG: mindestens 38 Monate Reifung (18 im Holz). Riserva: 62 Monate. Brunello DOCG: mindestens 5 Jahre Reifung (2 im Holz). Riserva: 6 Jahre. Brunello ist auf dem Papier strenger.

Stil in der Flasche

Ein junger Barolo (5-8 Jahre) ist oft noch geschlossen — Geduld oder langes Dekantieren. Optimal ab 12-20 Jahren bei großen Jahrgängen. Brunello öffnet sich früher: bereits mit 6-10 Jahren, mit interessanter Entwicklung bis 20-25 Jahren.

Im Mund ist Barolo „vertikaler" (Säure und Tannin dominieren); Brunello „horizontaler" (reife Frucht, Alkohol, Großzügigkeit).

Preise

Große Barolo-Erzeuger (Giacomo Conterno, Bartolo Mascarello, Bruno Giacosa, Vietti) starten bei 80-150 € für Grundversionen und über 300 € für Riserva. Brunello von Biondi-Santi, Soldera, Case Basse ähnlich teuer. Aber es gibt sehr gute Barolo-Einstiegsweine bei 40-60 € und Brunellos bei 45-65 €.

Küchenbegleitung

Barolo: Brasato al Barolo, Agnolotti del Plin mit Ragout, Tajarin mit Butter und weißer Trüffel, gereifter Piemonteser Käse (Castelmagno, Bra duro).

Brunello: Bistecca alla Fiorentina, Wildschwein-Ragout, Pappardelle mit Hasenragout, gereifter Pecorino di Pienza.

Welchen wählen?

Wenn Sie elegante, austere, Aufmerksamkeit erfordernde Weine mögen: Barolo. Wenn Sie warme, fruchtbetonte, unmittelbar kommunikative Weine bevorzugen: Brunello. Es gibt kein „besser", nur zwei Sensibilitäten.

Praktischer Tipp: Vertikale desselben Erzeugers (drei Jahrgänge). Poggio Antico oder Il Poggione für Brunello; Vietti oder Pio Cesare für Barolo. Für persönliche Auswahl: Kontakt. Verwandt: Die 10 berühmtesten italienischen Rebsorten.

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