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Beruf

Weine für Hotels: was ein F&B-Manager suchen sollte

von Luca De Matteis6 Min. Lesezeit

Mit über 20 Jahren in internationaler Hotellerie, davon die letzten 9 am Seehotel Niedernberg in Bayern, habe ich gesehen, welche Weinentscheidungen den Unterschied machen und welche Verschwendung sind.

1. Wein im Hotel ist anders als im Restaurant

Ein Hotel ist nicht „nur" ein Restaurant: es hat Restaurants, Bars, Minibar, Bankette, Room Service, Willkommenscalice in Premium-Zimmern. Jeder Bereich braucht andere Logik:

  • À-la-carte-Restaurant: kuratierte Auswahl, Sommelier am Tisch, strukturierte Karte
  • Frühstück: oft ignoriert! Ein kleiner Prosecco am Brunch-Buffet steigert die Zimmerpreis-Wahrnehmung
  • Bar / Lounge: einfache Glas-Weine, Fokus auf Schaumweine
  • Minibar: Halbflaschen (37,5 cl) lokaler Weine — Erzählpunkt für den Gast
  • Bankette / Events: „sichere" Weine mit hoher Rotation
  • Premium-Zimmer (Welcome-Amenity): Champagner mittlerer Klasse oder Franciacorta

2. Rotation vor Exklusivität

In einem Hotel mit 100 Zimmern und 60 % Jahresauslastung arbeitet der Keller mit Volumen. Besser 30 starke Etiketten mit wöchentlicher Rotation als 200, die 6-12 Monate im Keller bleiben.

3. Lokale Weine: „Sense of Place"

Der internationale Gast in einem Hotel in der Toskana möchte Chianti trinken, keinen Champagner. In Bayern will er fränkische Rieslings und Silvaner. Ein gutes Hotel widmet dem „Besten der Region" 8-15 Etiketten.

4. Glas-Wein: wo wirklich verdient wird

Im Hotel hat Glas-Wein enorme Margen (5-8× Flaschenkosten). Gutes Programm: mindestens 8 Glas-Weine ständig aktiv (4 Weiß, 3 Rot, 1 Schaum), 1 monatliche Rotation mit „Wein des Monats", Coravin für Top-Weine im Glas bei Events, Saal-Schulung zum sanften Up-Selling.

5. Bankette: dedizierte Verträge

Hochzeiten, Kongresse, Firmen-Events brauchen „Volumen"-Weine mit saisonalen Verträgen: blockierte Preise für 12 Monate, 24-h-Nachlieferung bei Wiederholung, ein Weiß und ein Rot „safe choice", Premium-Alternative für VIP-Events.

6. Wine Weeks und Events

Ein qualitätsvolles Hotel organisiert jährlich 4-6 Wein-Events: Winzer-Dinner (oft zahlt Erzeuger einen Teil), Vertikale eines Ikonen-Weins, Italien-Deutschland-Vergleich, Saison-Menü mit Pairing.

7. Team-Schulung

Hotels haben größere Teams. Strukturierte Schulung notwendig: Basis-Kellner (Serviceregeln), erfahrener Kellner (2-3 Alternativen empfehlen), Chef de rang/interner Sommelier (kompletter Tischservice). Empfehlung: 1 interner 4-Stunden-Kurs alle 3 Monate.

8. Zu überwachende KPIs

  • Durchschnittsbon Wein pro Gedeck
  • Prozentsatz Wein/Essen (Ziel: 30-40 % Restaurant, 50-60 % Bar)
  • Top 10 Weine nach Rotation und Marge
  • „Dormant"-Weine (keine Verkäufe in 90+ Tagen)
  • Kellerkapital / Jahresweinumsatz

Fazit

Wein im Hotel ist strategisch, wird aber zu oft dem Lieferanten überlassen. Der Lieferant verkauft was er hat, nicht was Ihr Hotel braucht. Ein unabhängiger Berater schützt Ihre Interessen.

Wenn Sie ein Hotel in Bayern, Hessen, Baden-Württemberg führen: Kontakt. Auch dedizierte Pakete für Hotels.

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