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Anleitung

Ein italienisches Weinetikett lesen (und nicht getäuscht werden)

von Luca De Matteis6 Min. Lesezeit

Eine italienische Weinflasche enthält mindestens 15 Pflichtangaben. Manche fundamental, andere reines Marketing. Zu wissen, worauf man zuerst schaut, spart Geld und hilft besser zu wählen.

1. Denominazione: DOCG, DOC, IGT, Vino

  • DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita): 76 in Italien. Höchste Stufe, Ministerialverkostung vor Abfüllung. Barolo, Brunello, Amarone, Chianti Classico.
  • DOC (Denominazione di Origine Controllata): über 330. Strenges Lastenheft ohne Ministerialverkostung. Z.B. Barbera d'Alba DOC, Soave DOC.
  • IGT (Indicazione Geografica Tipica): über 100. Kontrollierte Herkunft, freiere Rebsorten. Die „Supertuscans" (Sassicaia, Ornellaia) entstanden als IGT.
  • Vino (ohne geographische Angabe): unterste Kategorie. Nicht zwangsläufig schlecht, aber ohne Herkunftsgarantie.

Wichtig: DOCG ist nicht automatisch besser als IGT. Sassicaia IGT kostet 300 €, ein Basis-Chianti DOCG kann 5 € kosten.

2. Jahrgang

Das Ernte-Jahr. Wichtig um zu verstehen, wie trinkreif ein Wein ist und das Potenzial (kühle vs. warme Jahrgänge) zu beurteilen. Historische italienische Rotwein-Jahrgänge: 1997, 2004, 2010, 2016.

3. Rebsorte(n)

Viele klassische DOC/DOCG geben die Rebsorte nicht an, weil sie „implizit" ist (Barolo = 100 % Nebbiolo). Immer mehr Erzeuger nennen sie freiwillig auf dem Rücketikett. Vor dem Kauf immer mindestens die Hauptrebsorte prüfen.

4. „Riserva", „Superiore", „Classico"

  • Riserva: zusätzliche Reifung gegenüber der Basis. Z.B. Chianti Classico Riserva = mindestens 24 Monate gegen 12 der Basis.
  • Superiore: höherer Mindestalkoholgehalt + oft niedrigere Hektar-Erträge.
  • Classico: stammt aus dem historischen Ursprungsgebiet der Denominazione. „Chianti Classico" ist der zwischen Florenz und Siena produzierte Chianti.
  • Gran Selezione (nur Chianti Classico): 2014 eingeführte, noch strengere Kategorie als Riserva.

5. Alkohol

Unter 12,5 % typisch frisch und leicht. Über 14,5 % warm, muskulös. Bei Fisch mit 15 % besteht die Gefahr, den Wein zu übertreiben; bei einem Brasato mit 12 % kann der Wein verschwinden.

6. Erzeuger und Abfüller

Suchen Sie den Hinweis „imbottigliato all'origine" (auch „Erzeugerabfüllung"). Bedeutet: der Wein wurde vom selben Betrieb abgefüllt, der die Trauben angebaut hat. Qualitätssignal.

7. „Enthält Sulfite"

Seit 2005 Pflicht wenn > 10 mg/l. Fast alle Weine enthalten sie natürlich. Die Angabe sagt nicht wie viel — es könnten 20 mg/l oder 200 mg/l sein.

8. Rücketikett: die wichtigen Details

Genaue Zone (Gemeinde, Cru), Bodentyp, Ertrag pro Hektar, Vinifizierungsart (Stahl, Holz, Zement), Reifezeit. Das sind die Angaben, die einen seriösen Erzeuger von einem kommerziellen unterscheiden.

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